08.09.2019 | Ironman 70.3 WM Nizza

Am Wochenende stand für mich der letzte große Saisonhöhepunkt im Triathlon an. Dafür reisten wir am Freitag direkt von Köln nach Nizza, um an der Ironman 70.3 WM teilzunehmen. Das Wetter in Nizza war top und nach der Registrierung fuhren wir noch mit dem Auto die Radstrecke ab. Während dieser Zeit regnete es und ich hoffte, dass es bei dieser anspruchsvollen Strecke am Sonntag trocken ist.

Den Samstag verbrachte ich ein wenig damit mir das Frauenrennen anzuschauen, meine Wettkampfvorbereitung zu machen und alles einzuchecken. Am Renntag ging es noch im Dunkeln zur Wechselzone, um die letzten Vorbereitungen am Rad vorzunehmen. Anschließend hatte ich dann noch knapp 2h Zeit bis zu meinem Start, da meine Startwelle eine der letzten war.

Das Gefühl während dieser Zeit war etwas komisch, da man viele andere Athleten in das Rennen starten sah, aber selber noch warten musste. Innerhalb der Startwellen wurden immer 8 Athleten gleichzeitig im 15s Abstand ins Wasser geschickt. Ich positionierte mich ganz vorne und schon ging es ohne Neo in das 25 Grad warme Mittelmeer.

Die Wellen waren zum Glück nicht so stark und ich versuchte schnell meinen Rhythmus zu finden. Das Schwimmen lief insgesamt ganz gut genauso wie der erste Wechsel. Auf dem Rad machte ich auf dem ersten 10km langen Flachstück viel Druck, um so viele Athleten der vorherigen Startwelle überholen zu können. Trotz des Rolling Starts fand ich die Radstrecke recht voll und es war schwer ein gleichmäßiges Tempo zu fahren. Die erste steile Rampe versuchte ich hochzuspringen und oben gleich weiter Druck zu machen. Meine Beinen fühlten sich ganz gut an und ich wurde nur von einer Hand voll Athleten überholt. An der letzten Verpflegungsstelle vor dem langen Anstieg warf ich meine zusätzliche Wasserflasche weg, um Gewicht zu sparen. Den Anstieg fuhr ich gleichmäßig nach oben und merkte am Ende, dass es insgesamt auch nicht viel schneller gegangen wäre. An der Verpflegungsstelle merkte ich dann, dass es Wasser nicht in Trinkflaschen, sondern normalen Plastikflaschen gab. Damit konnte ich nur schnell vor der Abfahrt mein Trinksystem auffüllen und musste den Rest wegwerfen, da diese im Flaschenhalter nicht gehalten hätte. Die nächsten welligen Kilometer vergingen recht schnell und schon befand ich mich in der langen Abfahrt. Hier versuchte ich so wenig wie möglich Zeit liegen zu lassen. An der nächsten Verpflegungsstelle in einem kleinen Gegenanstieg versuchte ich mir wieder Wasser zu nehmen, doch das Tempo war an dieser Stelle einfach viel zu hoch. Somit musste ich bis zur letzten Verpflegungsstelle mit dem noch verfügbaren Wasser auskommen. Ich merkte auch langsam wie die Beine immer schwerer wurden und es nicht mehr so flüssig lief. An der letzten Verpflegungsstelle erwischte ich dann eine Flasche und war zumindest bis zum Radabstieg versorgt. Auf dem Weg rein nach Nizza versuchte ich nochmal Druck zu machen, auch wenn das Gefühl auf dem Rad schon an der Grenze war.

Der 2. Wechsel klappte auch gut und ich konnte mit einer guten Pace von knapp über 3:30 auf den Halbmarathon starten. Das ging bis 8km auch ganz gut, jedoch fing dann Seitenstechen an. Ich weiß immer noch nicht wo das her kam und somit verlangsamte sich mein Tempo auf ein 4min Schnitt. Das ärgerte mich natürlich sehr und ich versuchte dieses Tempo so gut es ging zu halten. Diese Phase im Rennen war mental die härteste, da ich wusste, es sind noch über 10km und ich kann nicht mehr richtig Luft holen.

Ich versuchte dann einfach an nichts zu denken und einfach so gut es ging zu laufen und dann wurde es etwas erträglicher. Auf den letzten 5km konnte ich dann nochmal die Pace auf 3:50 erhöhen und zumindest den Halbmarathon unter 1:20 beenden.

Direkt im Ziel war ich etwas enttäuscht, nicht meine beste Leistung zeigen zu können, aber mit etwas Abstand bin ich schon zufrieden mit allem. Natürlich nagt der Gedanke an mir, was mit meiner aktuellen Laufform so alles hätte drin gewesen sein könnte, aber es kann ja nicht immer alles perfekt laufen. Mit meiner Schwimm- und Radleistung bin ich zufrieden, da habe ich alles gegeben was möglich war. Auch die harte Radstrecke wird ein Einfluss auf meine Laufleistung gehabt haben, weshalb das Gesamtergebnis mit einem 9. Platz bei einer WM von 303 Athleten doch ganz gut ist. Das war auf jeden Fall nicht meine letzte WM und jetzt kann ich mich erstmal auf einen sehr sehr langen Urlaub freuen.

Bis dahin: Enjoy Triathlon.

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