09.08.2020 | Sommerurlaub im Pitztal

Diesen Sommer entschieden wir uns spontan für einen Urlaub in den Alpen und da John bereits in dieser Region von Österreich auch schon mit Fahrrad unterwegs war - nur das Pitztal noch nicht gesehen hat - entschieden wir uns für die kleine und schöne Unterkunft Haus Edelweiß in Kaitanger.

Leider spielten die ersten drei Tage wettertechnisch nicht ganz mit, weshalb wir uns dem Regen angepasst für ein paar ungeplante Sehenswürdigkeiten entschieden.

Die Rosengartenschlucht hinauf bis nach Hoch-Imst führte uns auf direktem Weg zum Alpine Coaster. Kurz den Regenschauer bei einer heißen Nudelsuppe abwartend, erwischten wir auf dem Fahrtweg nach unten den nächsten Schauer. Dafür war nicht wirklich viel los und man konnte entspannt mit seinem Tempo den Coaster genießen. An diesem Tag schauten wir uns auch noch Europas höchste Fußgängerhängebrücke - die Benni-Raich-Brücke und den Klettersteig an der Steinwand in Arzl an, den John wie ein Äffchen hinauf kletterte.

Mit unseren Rennrädern waren wir in diesem Urlaub nur zweimal unterwegs. Gleich am Tag der Ankunft nutzten wir die Chance unsere Beine noch etwas zu lockern und fuhren soweit ins Pitztal bis uns der Regen entgegen kam. Die letzten 4 km nach Kaitanger zu unserer Unterkunft hoch gaben den Beinen nochmal einen letzten Schliff.

Die zweite Radtour machten wir zum Kaunertaler Gletscher. John startete von unserer Unterkunft über die Pillerhöhe ins Kaunertal. Ich stellte unser Auto erst ein ganzes Stück nach der Pillerhöhe ab und radelte von da aus los- das war auch völlig ausreichend! Mit dem Fahrrad konnte man kostenlos die Mautstraße passieren. Von der wunderschönen Landschaft motiviert, ging es zunächst zur Staumauer, nach einigen Serpentinen linksseitig entlang des Sees bis zu den nächsten Serpentinen, die hoch bis zum Gletscher führten. Neben dem Blick auf traumhafte Seen überraschte die ein oder andere Kuh einen um die nächste Kurve.

Das Pitztal lädt mit seinen vielen schönen und beschilderten Wegen zu einigen tollen Wanderungen ein, wo wir uns zunächst gar nicht richtig entscheiden konnten. Die Wanderung um den Rappenkopf über die Arzler Alm nutzen wir als Einstieg und hatten leider auch so gut wie gar keine Sicht - weder auf den Rappenkopf noch auf die umliegenden Berge. Auf der Wanderung sind wir aber erstaunlich vielen neugierigen Kühen begegnet, weshalb auch mal ein Sprung über den sicheren Weidezaun notwendig war :D

Auch das Gebiet um den Hochzeiger lädt zu tollen Wanderungen ein. Mit der Bergbahn fuhren wir zur Mittelstation des Hochzeiger und wanderten über den Zöllberg ins Riegetal. Hier war wirklich eine absolute Ruhe und man konnte entlang des Hanges sich weiter Richtung Groaßsee vorarbeiten. Von hieraus ging es für uns über den Hochzeiger zum Sechszeiger zurück und ließen uns knieschonend mit der Bahn wieder zur Talstation bringen.

Unser Wanderhighlight jedoch war das Wallfahrtsjöchl. Von Eggenstall aus ging es für uns Richtung Neubergalm. Da oben angekommen, wurden wir gleich von Hund, Esel und Haflinger begrüßt. Der weitere Weg ging steil bergauf Richtung Jöchl. Der Weg wurde zunehmend steiniger bis wir nach einem regelrechten Steinmeer und Schneefeldern die Wegmarkierung nicht mehr fanden. Um das größere Schneefeld zu umgehen und auch das Geröllfeld zu meiden, zogen wir unsere Steigeisen an und kamen so ein gutes Stück schneller voran. Eine Felswand stellte sich nach einer Weile für uns als passabel heraus und somit zogen wir die Steigeisen aus und versuchten an der Wand hochzuklettern. Das sah von weitem irgendwie leichter aus als es in der Tat war. Nur durch Johns super Support bin ich diese Wand zitternd nach oben gekommen. An der Wand hängend, haben wir dann den eigentlichen Weg mit Markierung entdeckt - man hatte da halt einen besseren Überblick ;-) Zum Jöchl hoch war der Weg dann machbar. Wir konnten sogar Steinböcke hören und einen Adler kreisen sehen. Auf unserem Rückweg sind uns auch noch einige Murmeltiere über den Weg gelaufen. Mit straffem Schritt ging es dann talabwärts Richtung Tiefentalalm, denn wir wussten, dass sie bald schließen wird und wir doch noch so gern Kaiserschmarrn essen wollten. Just in time haben wir es geschafft und genossen die Atmosphäre in dieser wunderschönen Alm.

Unsere letzte Wanderung ging über den Rifflsee, da der Brunnenkogel für mich nach dem Wallfahrtsjöchl zu hart gewesen wäre (im Nachgang haben wir auch erfahren, dass der Gletschersteig sowieso wegen Bauarbeiten gesperrt war).

Den Pitztaler Gletscher über die Bahn und anschließende Gondel zu bestaunen, sollte man nicht verpassen. Im Café 3440 aßen wir bei tollem Bergpanorama eine Schokosahnetorte.

Das Pitztal hält noch so viele tolle Wanderungen bereit und ist sicherlich auch im Winter reizvoll! Außerdem bin ich weiterhin auf der Suche nach den perfekten Käsespätzle :D Wir werden nicht das letzte Mal hier gewesen sein.


Bis zum nächsten Mal! Enjoy traveling and stay healthy!

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