18.07.2021 | 2. Bundesliga Grimma

Am letzten Sonntag stand die nächste Station der 2. Triathlon Bundesliga in Grimma auf dem Plan. Aufgrund des zu hohen Wasserpegels der Mulde, wurde aus dem Sprint Triathlon ein Duathlon gemacht. Soweit so gut. Mich hat das im Vorfeld nicht so sehr beunruhigt, da mir ein Duathlon ganz gut liegt. Ich wäre trotzdem sehr gerne geschwommen, um zu sehen, ob die gesteigerten Trainingsreize sich ausgezahlt hätten. Am Vorabend vom Rennen gab es dann die nächste Überraschung für uns. Dadurch, dass bei einem Laufstart, aufgrund von Platzmangel, nicht alle 90 Athleten in der 1. Startreihe stehen können, dies aber bei einem Massenstart sein muss, wurde das Startprozedere angepasst. Es sollte Teamweise alle 5 Sekunden nach der aktuellen Tabelle gestartet werden. Das klingt jetzt erstmal nicht weiter schlimm, jedoch war auf der Radstrecke komplette Windschattenfreigabe, sodass dadurch keine fairen Bedingungen mehr für Teams gewährleistet waren. Verschiedene Einwände von anderen Teams nützen da auch nicht und so waren wir am nächsten Tag die Gejagten und mussten verhindern, dass so wenig wie möglich hinter uns gestarteter Athleten auf uns Auflaufen bzw. Auffahren. Denn dann müssten wir ja auf dem abschließenden Lauf erst noch den Rückstand vom Start herauslaufen, um besser zu sein.

Die Teamtaktik war recht simpel, wir mussten versuchen mit mindestens 4 Athleten meines Teams in der 1. Radgruppe vertreten zu sein und dabei sollten so wenige wie möglich aus anderen Teams dabei sein. Da 5 oder 10 Sekunden auf 5,5km nicht so viel sind, wussten wir schon, dass wir bald Gesellschaft bekommen würden. Überraschend war jedoch, dass der 10 Sekunden hinter uns gestartete Max aus Hamburg schon nach 400m an uns dran war. In der nächsten Runde kamen noch weitere 3 Berliner Athleten dazu und schon war die Gruppe größer als wir wollten. Wir versuchten aber alle das Tempo hochzuhalten und so musste wenig später dann auch Philipp aus Berlin wieder abreisen lassen. Jetzt sah die Verteilung wieder besser für uns aus und so gingen wir zu siebt auf die Radstrecke.

Quelle: Triathlonverein Dresden/ Martin Schroschk

Der Abstand zur nächsten Gruppe war bei ungefähr 45 Sekunden und so entschlossen wir uns, es unseren Konkurrenten in der Gruppe nicht so leicht zu machen. Von Beginn an attackierte Alex und wir ließen die anderen das Loch wieder schließen. Als wir Alex wieder eingeholt hatten, setzte ich eine kleine Attacke und dachte aber, die haben mich bestimmt schnell wieder ein. Dass ich dann fast eine Runde alleine vorne gefahren bin, hätte ich nicht gedacht und das war auch ziemlich anstrengend ;-) Und schon kam die nächste Attacke von Marcel aus unseren Reihen und wir merkten, dass die anderen drei nicht gerade glücklich mit der Situation waren. Etwas doof war noch, dass sich ein überrundeter Athlet eines anderen Teams mit in unserer Gruppe aufhielt und die anderen bei der Nachführarbeit unterstützte. Kurz bevor wir Marcel wieder eingeholt hatten, setzte Alex nochmal eine Attacke die er dann bis in den Wechselgarten durchzog. Wir stiegen dann mit 15 Sekunden Rückstand vom Rad und nun mussten wir ja noch den Startrückstand wieder gut machen. Durch unser Taktieren kam die sehr große Gruppe nach uns jedoch bis auf 15 Sekunden heran, auch wenn Peter hier alles versucht hat, die Gruppe auszubremsen. Da man nach einem Rennen immer schlauer ist, hätten wir vielleicht auch einfach alle zusammen richtig fahren müssen und dann wäre der Abstand nach hinten groß genug geblieben. Aber was soll ich sagen, das taktische Fahren gegen die Jungs hat aber super Laune gemacht.

Quelle: Triathlonverein Dresden/ Martin Schroschk

Zu Beginn des zweiten Laufes kam ich nicht so gut rein und musste erstmal Theo, Willy und Max ziehen lassen. Auf den letzten 600m startete ich dann schon meinen „Zielsprint“ und konnte noch an Max und Willy vorbeilaufen und somit kurz hinter Theo als 3. ins Ziel einlaufen. Jetzt hatten wir vom Team zwar nach Zieleinlauf Platz 1-3, aber wir mussten ja noch warten, da alle hinter uns ja noch den „Bonus“ vom Start hatten. Am Ende wurde ich so 9. und wir haben es trotz des Nachteils vom Startprozedere und der schlechtesten Wechselplatzposition als Team wieder zum Tagessieg geschafft.

Quelle: Triathlonverein Dresden/ Martin Schroschk

Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden und es hat richtig Spaß gemacht als ein Team das Rennen zu gestalten, wo es in erster Linie um das bestmögliche Teamergebnis geht und dann erst die Einzelplatzierungen folgen. Wenn ich das Tempo in zwei Wochen in Maastricht auch abrufen kann, dann kann nichts mehr schief gehen.

Bis dahin: Enjoy Triathlon.


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