20.09.2021 | Im Land der Malteserritter - Urlaub auf Malta 🇲🇹

So kurzfristig wie für unseren Urlaub auf Malta haben wir uns noch nie für einen Urlaub entschieden. Bis zur letzten Minute haben wir gehofft, dass wir unseren bereits aus 2020 verschobenen Städtetrip im Osten der USA noch durchziehen können. Doch es sollte wohl einfach nicht sein. Kurzfristig entschieden wir uns nach Malta zu fliegen - ohne große Planung von Trips etc. Flüge, Mietauto (endlich mal wieder Linksverkehr) und Unterkünfte waren schnell gebucht und schon konnte es ab in den Süden gehen. 30 Grad, Sonne und Meer waren jetzt genau das Richtige!

Urlaub beginnt für uns schon mit dem Flug - nach 1,5 Jahren Abstinenz freuten wir uns schon sehr auf die Frankfurter Lounge. John getreu seinem Motto „Alles essen, was geht“ und ich „es darf zur Feier des Tages auch ein zweiter Chociatto sein“ saßen wir schon recht schnell im Flugzeug nach Malta. Der Anflug offenbarte eine sehr karge, trockene Landschaft die durch traumhafte schöne Burgen und Kirchen unterbrochen wurde.

Unsere erste Unterkunft wählten wir in Rabat nahe Mdina. Jeder „Game of Thrones“-Fan kennt die Festung von Mdina. Sie ist mit ihren vielen kleinen Gassen, bunten Wohnungstüren, schönen Blumen und klasse Restaurants ein echtes Muss für alle Malta-Besucher. Wir nutzten unseren „Heimvorteil“ und konnte die Stadt abends ohne viele Touristen sehr genießen!

Unser Hotelbesitzer gab uns einige Tipps für unseren Aufenthalt auf Malta. Schon am nächsten Tag machten wir uns auf zur 4,5h Wanderung über Dingli Cliffs nach Blue Grotto. Entlang der Küste konnten wir immer wieder tolle Blicke auf die Steilklippen erhaschen. Jedoch waren wir nach so viel Staub, Sonne und Wandern an der Straße sehr froh, Blue Grotto erreicht zu haben. In einer Bucht sprangen wir zur Abkühlung das erste Mal ins glasklare Mittelmeer. Auf dem Rückweg nach Rabat nutzen wir den Linienbus mit dem wir noch ein kleines Sightseeing machen konnten. Da Rabat und Mdina zu den TOP-Adressen, was Restaurants betrifft, zählen, testeten wir erneut ein weiteres Restaurant aus.

Mit unserem Mietauto erkundeten wir am Sonntag den Norden von Malta. Wir konnten hier auch schon einen ersten Blick auf die Nachbarinseln Gozo und Comino werfen. Beide Inseln stehen aber zu einem späteren Zeitpunkt auf unserer Liste. Immer wieder entdeckt man auf einer Erhöhung eine neue Burg, die wieder etwas ganz Besonderes an sich hat. Nach unserer Fahrt in den Norden beschlossen wir unser Auto an der Gnejna-Bay abzustellen. Wir zogen uns die Laufsachen an und rannten in nördlicher Richtung zu den Buchten Qarraba Bay und Ghajn Tuffieha. Laut Google war die Strecke „vorwiegend flach“, aber der tollen Aussicht konnte man die Höhenmeter doch verzeihen! Nach dem Lauf ging es zur Abkühlung noch einmal kurz ins Mittelmeer.

Montag - Start in die Woche. Für heute hatten wir uns den Südosten Maltas vorgenommen. Auf dem Weg dahin machten wir in Ta’ Qali halt. Im Arts and Craft Village werden Keramik, Schmuck, Holz- und Metallprodukte einheimisch hergestellt und stehen zum Verkauf zur Verfügung. Einen Blick in die Herstellung der Produkte ist garantiert. Weiter ging es für uns zum San Anton Pallace - der Residenz des maltesischen Präsidenten. Der Garten ist partiell für Besucher freigegeben und ist durch viele kleine Wege, Springbrunnen und tollen Blumen schön anzusehen. Schon auf der Suche nach einem guten Mittagessen stellten wir fest, dass viele Restaurants montags geschlossen sind. Einige Orte waren wie ausgestorben. In Markasala konnten wir im Hafenbereich eine Meeresschildkröte entdecken. Nach einem sehr leckerem Mittagessen steuerten wir die erste Badebucht an: Ta Kalanka Sea Cave. Das Baden war ein echter Genuss, denn das Wasser war glasklar, kleine Fische waren zu sehen und es war fast keine Menschenseele da. Weiter ging es zum bekannten St. Peter’s Pool. Wie schon erwartet, war dieser sehr überfüllt, es roch unangenehm und es war dreckig. Wir haben von einem Sprung in die Tiefe abgesehen und sind zur nächsten Bucht gefahren. Il-Kalanka war deutlich ruhiger und schöner, weshalb wir auch hier nochmal kurz schwimmten. Zum Abendessen ging es nach Marsaxlokk. Das kleine verträumte Fischerdorf mit seinen vielen kleinen bunten in der Bucht stehenden Booten ist sehr schön anzusehen. Auf dem Rückweg haben wir es uns nicht nehmen lassen die schöne Festung von Mdina aus der Ferne beleuchtet zu bestaunen.

Natürlich darf bei einem Urlaub auf Malta auch der Besuch der Hauptstadt nicht fehlen. In Valletta hat man deutlich gesehen, dass hier der Puls der Stadt schlägt und auch Tourismus einen deutlich höheren Wert hat. Die Stadt sah in den touristischen Gebieten sehr gepflegt aus und lud durch seine tollen Gärten zum Entspannen ein. Am besten hat uns aber die Aussicht von Upper Barraka Garden auf die 3 Cities gefallen. Jeden Tag Punkt 12 wird eine Sallutkanone gezündet, um die Uhren wieder genau zu stellen. Früher war dies vor allem für die Seefahrer wichtig, um pünktlich von A nach B zu gelangen. Die Festungsanlagen sind sehr beeindruckend. Mit der Fähre setzten wir nach Senglea über und konnten Valletta in seiner vollen Pracht bestaunen. Die unterschiedlichen Ebenen der Stadt machen die Aussicht besonders spannend. Am Abend sind viele kleine Gasse sehr schön beleuchtet und man kann den Abend bei tollem Essen ausklingen lassen.

Ein weiterer Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein. Wir entschieden uns nach einem wieder einmal sehr spannenden Frühstück - man zweifelt schon langsam an seinen eigenen Englischkenntnissen - für eine kleine Wanderung an der Victoria Lines. Diese Befestigungsanlage zieht sich durch den nördlichen Teil Maltas und bietet, wenn auch teilweise sehr vermüllt, sehr schöne Aussichten über das gesamte Land. Wir haben auf unserer Wanderung sogar ein Chameleon gesehen. Im Anschluss haben wir eine kleine Badebucht - Pembroke Pool gefunden, die nicht stark besucht war und fuhren dann noch einmal Richtung Westen zur Golden Bay. Ich könnte schwören, dass ich einen Stachelrochen gesehen habe! John, der schon wieder Meter weit vorausgeschwommen ist, hat ihn nicht gesehen. Es muss auch mal Vorteile des langsamen Vorankommens geben. Etwas spontan entschieden wir uns am Abend zu Root 81 essen zu gehen. Es war ein wahres Geschmackserlebnis und wir hatten einen tollen Abend mit super Blick über die Lichter von Malta.

Unseren vorerst letzten Tag auf der Hauptinsel wollten wir mit einer Wanderung an der Westküste abschließen. Unser Bus nach Dingli kam schon einige Minuten zu spät und leider fuhr er auch nicht zu unserer gewünschten Haltestelle, da sich plötzlich durch eine Baustelle eine Straßensperrung ergab. Der Busfahrer meckerte die Bauarbeiter an und wir mussten letztendlich aussteigen und die noch offenen 1,5 km zum Startpunkt unserer Wanderung laufen. Solche Geschichten kennen wir eher von einem anderen Teil der Familie ;-) Das Wetter war toll und wir liefen immer weiter Richtung Westküste und hatten das Meer fest im Blick. Leider ging auch hier unser Weg nicht weiter, da der Weg in einem privaten Grundstück endete. Leider wurden auch die alternativen Wanderrouten zu Privatgrundstücken, weshalb der Umweg immer größer wurde. Irgendwann kamen wir doch auf einem sehr schönen Wanderweg direkt an der Küste an und konnten hier tolle Aussichten auf die Steilküste genießen. Gegen Ende der Wanderung erging es uns mit dem Wanderweg wieder wie am Anfang und wir mussten einen großen Umweg in Kauf nehmen. Nach einer kurzen Pause mit Snack und Überredung doch noch Baden gehen zu können, liefen wir noch einmal 2,5 km weiter zu einer abgelegen Bucht - Fomm ir-Rih Beach. Die Ruhe und das kühle Wasser taten nach 5,5 h wandern richtig gut und wir sammelten nochmal alle Kraft, um den steilen Weg zur Bushaltestelle noch zu schaffen. Wir entschieden uns das letzte Abendessen im Coogi‘s in Mdina zu uns zu nehmen.

Wir checkten am Vormittag aus unserer Unterkunft aus und packten die Sachen für unseren nächsten Halt - Comino - ins Auto. Wir entschieden uns gegen eine halb- oder ganztägige Bootstour und nutzen die Fähre nach Comino. Etwas überraschend wurden auch hier die blechern klingenden Lautsprecher voll aufgedreht und es lief Modern Talking und Co. auf unserer Fahrt zur Blue Lagoon. Einen Stopp legten wir bei den Santa Maria Caves ein, bevor es recht schnell weiter zur Blue Lagoon ging. Durch viele Reiseberichte war uns klar, dass das der Haupttouri-Punkt schlechthin ist. Wir wollten uns das Baden in der wirklich sehr schönen Lagune aber deshalb nicht entgehen lassen - alle Boote, Betrunkene und andere Menschen ausblenden und einfach schwimmen gehen. Doch zuvor entschieden wir uns eine Wanderung auf der kleinen Insel zu machen. Es war wieder einmal sehr heiß, aber die Aussichten waren schön. In Santa Maria Bay konnte man alternativ und etwas ruhiger Baden gehen, jedoch war uns der erlaubte Badebereich dann doch etwas zu klein. Nach einem sehr entspannten Nachmittag an der Blue Lagoon ging es zurück auf die Hauptinsel und weiter zur Fähre nach Gozo. Wir setzten über und steuerten unsere nächste Unterkunft an. Den Abend ließen wir in Victoria, der Hauptstadt Gozos ausklingen. Wir haben einen klasse Eisladen gefunden, bei dem es so große Portionen gab, dass man hier nicht mehr von nur großen Kugeln sprechen konnte. Mit unserem Eis ging es ins „kleine Mdina“. Die Kellnerin im Roots 81 erzählte uns bereits von der Zitadelle in Victoria und dass wir es lieben werden, wenn wir Mdina schon schön fanden. Die gesamte Zitadelle ist frei zugänglich. Sie ist mit ihrer Größe sowas von beeindruckend. Es gab so viele Etagen und Gassen, dass wir aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen sind. Da es schon dunkel war, werden wir auch noch einmal tagsüber die Zitadelle besuchen, denn man hat einen traumhaften Ausblick auf ganz Gozo.

Neue Insel neue Erkundungsmöglichkeiten. Wir starteten unsere Tour heute am ehemaligen Azure Window, dass 2017 durch die Kraft des Meeres leider eingestürzt ist. Man kann durch den Stein im Meer noch erahnen, wo der Bogen einmal gestanden hat. Gleich daneben befindet sich das Blue Whole, dass von einigen Tauchern gut besucht war. Wir schauten uns noch den Inland Sea und den Fungus Rock an. Danach ging es in den Norden zu Wied Il- Mielah. Auch hier ist ein beeindruckender Felsbogen zu sehen. In einer schmalen und länglichen Bucht - Wied Il-Ghasri - sprangen wir zur Abkühlung ins Meer. Je weiter wir Richtung Meer schwammen, umso besser wurde die Sicht. Vorbei an den Salzpfannen von Marsalforn machten wir eine etwas längere Mittagspause im gleichnamigen Ort. Am Nachmittag schlugen wir den Weg zur Ramla-Bay ein und wollten auf dem Weg dahin die Calypso Cave uns anschauen. Leider ist ein Teil von ihr auch zusammengebrochen und sie wird aktuell wieder aufgebaut. Somit konnte man nicht wirklich etwas sehen. Ein Sprung auf die gegenüberliegende Seite und schon standen wir in der Tal-Mixta Cave und hatten eine tolle Aussichten auf den Strand und das umliegende Land. Am San Blas Beach gab es für mich nochmal ein kurzes Schwimmtraining. Der Badebereich war sehr flach, das Wasser klar und ein paar wenige Fische waren zu sehen. Zum Abendessen fuhren wir nach Xlendi und genossen den restlichen Abend in der Bucht.

Letzter voller Tag auf Gozo und wir wollten noch ein paar Sehenswürdigkeiten mitnehmen. Da auch heute nochmal im Meer gebadet werden musste, fuhren wir als ersten Strand Hondoq ir-Rummien an. Hier war einiges los, da von diesem Punkt die Fähre nach Comino startet. Da wir vom Frühstück noch sehr voll waren ging es für uns hier noch nicht ins Wasser. Wir fuhren zu einem Tauchspot - Xatt L-Ahmar weiter. Da es wieder ordentlich warm war, entschieden wir uns in der Bucht Mgar ix-Xini ins Wasser zu gehen, auch wenn diese nicht ganz glasklar war. Erfrischt hat uns das kurze Bad aber allemal. Weiter ging es zu einem sehr schönen Aussichtspunkt - Sanap Cliffs Sunset. Die tollen Steilklippen, das blaue Meer und der Rundumblick auch auf die Bucht Xlendi haben es lohnenswert gemacht den schmalen, langen, aber dennoch sehr gut ausgebauten Weg dahin auf sich zu nehmen. Auf dem Weg zu unserer letzten Badebucht machten wir einen Stopp an der Basilika ta‘Pinu, die als Wallfahrtsort zählt. Das Gebäude ist architektonisch sehr beeindruckend. Auch einige Päpste haben auf ihrer Maltareise diesen Ort besucht. Letztendlich sprangen wir am Reqqa Point noch einmal ins kühle Nass und konnten die Taucher unter uns gut beobachten. Das Wasser war sehr klar und stellte noch einmal einen gelungenen Abschluss dar. Den Nachmittag verbrachten wir in Victoria mit einem Eis von unserem Lieblingseisladen in der Hand.

An unserem letzten Tag auf Malta wollten wir uns die Zitadelle von Victoria anschauen. Wir hatten gesehen, dass man über eine App eine geführte Tour selbst durchführen konnte. Somit liefen wir mit Headset durch das Areal und konnten immer wieder neue Informationen zur Zitadelle erfahren. Am Mittag machten wir uns auf zur Fähre und fuhren auf der Hauptinsel an Mdina vorbei Richtung Süden. Hier schauten wir uns Ghar Lapsi an, bevor es dann für uns auf den Flughafen ging. Nach einer etwas ungewöhnlichen Autoabgabe nutzen wir die Chance und machten es uns in der Lounge gemütlich bis es dann Richtung München und später nach Dresden weiter ging.

Es war eine gelungene Abwechslung, in der wir wieder viele tolle Erlebnisse und Erinnerungen sammeln konnten. Bald steht schon der nächste Urlaub vor der Tür.


Bis dahin! Enjoy traveling!

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